Was ist bei der Selektion zu beachten

DEL Selection - Eine Falle?

Falle Nummer 1: raus und wieder rein

In PamCrash gibt es verschiedenen Optionen mit denen man etwas selktieren kann. Dazu gehört auch die De-Selektion (DELPART, DELELE, DELNOD …). Ist ein „entity“ erst einal deselektiert ist es nicht möglich dieses im Nachhinein wieder zu selektieren. Folgendes einfaches und überschaubares Beispiel soll das verdeutlichen:

 NOD     1:1000  //selektiert Knoten 1 bis 1000//
 DELNOD  20:300  //davon Knoten 20 bis 300 abziehen//
 NOD     100     //Knoten 100 kann nicht wieder selektiert werden//
 
 gleiches Ergebnis mit:
 
 NOD     1:1000
 NOD     100
 DELNOD  20:300
 
 

Knoten 100 ist nicht in der Selektion! Der Benutzer hat keine Möglichkeit eine Reihenfolge zu definieren in der die Selektionsdefinition abgearbeitet wird. Solverseitig wird immer erst alles selektiert (summe selektion) dann wird davon alles abgezogen was deselektiert wurde (summe deselektion). Insbesondere die DELGROUP kann hier zu ungewollten Ergebnissen führen. Es gibt auch keine Fehlermeldung, Warnung oder Ähnliches, denn es ist kein Fehler ein „entity“ mehrfach zu selektieren. Aus der Vielzahl von Selektionsmöglichkeiten (PART, NOD etc) wird, je nachdem wofür die Selektion gebraucht wird (Knoten, Elemente/Segmente usw.), diese sortiert und in einem Array abgelegt. Der Solver merkt nicht mal was von der Absicht des Benutzers.

Falle Nummer 2: Gemeinsame Knoten

Die DEL Selektion wird auf Keyword Ebene durchgefuehrt. Das bedutet, dass man aus einer Selektion mit Parts, mit DELPART Parts abziehen kann.
Beim den folgenden Beispielen sollen Knoten selektiert werden, wie sie zum Beispiel fuer INVEL, RBODY etc. benoetigt werden.

Die Deselektion wird auf Partebene durchgefuehrt, es bleiben alle Knoten von Part 2 selektiert, auch die mit Part 1 gemeinsamen:

PART    1 2   //selektiert die Parts 1 und 2//
DELPART 1     //davon wird Part 1 abgezogen// 

Die Deselektion wird auf Knotenebene durchgefuehrt, es bleiben nicht alle Knoten von Part 2 selektiert, die mit Part 1 gemeinsamen fallen weg:

PART        1 2   //selektiert die Parts 1 und 2//
DELPART>NOD 1     //davon werden die Knoten von Part 1 abgezogen// 

Falle Nummer 3: von Unten nach Oben

Aus einer Nodeselektion (unterste Ebene, „entity level“ ) kann man mit DELPART nichts abziehen, da in NOD kein PART enthalten ist. Das ist besonders bei DELGROUP tueckisch, wenn diese nicht aus Nodeselection sondern aus Partselektion besteht.
Beispiel:

NOD       1:9999999   //selektiert alle Knoten des Datensatzes//
DELPART   1000:9999   //alle Knoten bleiben selektiert//

wogegen diese Selektionen gut funktionieren, da beide auf Knotenebene berechnet werden (siehe oben):

  
NOD           1:9999999
DELPART>NOD   1000:9999

aber auch das wuerde gehen:

PART      1:99
DELNOD    3 80 120

Auf Nummer sicher

denn das geht auf jeden Fall, da hier auf gleicher Ebene subtrahiert wird:

selection deselection
GRP DELGRP
PART DELPART
ELE DELELE
NOD DELNOD

Solid Part im Kontakt

Hier sind zwei Dinge zu beachten:

  • Mastersegment:
    Wird ein Bauteil, daß aus Solids besteht, in einem Kontakt selektiert, werden vom Solver die Außenflächen als Kontaktsegmente (Mastersegment) automatisch berechnet. Die inneren Elementflächen sind als Kontaktsegmente somit nicht ansprechbar, auch wenn man diese explizit über die Element Selektion anspricht.
  • Slavenode:
    Meistens wird der ganze Part selektiert. Was für die Matsersegmente gilt, gilt jedoch nicht für die Slavenodes. Hier werden dann alle Knoten des Parts als slavenodes genommen. Das kann durchaus vom Benutzer gewollt sein (z.B. bei Elementversagen) kann aber auch zu ungewollten Effekten führen, dann nämlich, wenn bei einem Schaumwerkstoff zum Beispiel hohe Kompressionen auftreten. Dann kann das als eine Art „internal solid“ Kontakt wirken.

Kontakt Typ 54

Beim 54'er Kontakt kann es unter Umständen sinnvoll sein nicht den PART zu selektieren sondern mit Segmenten zu arbeiten. Dann nämlich wenn man zum Beispiel die horizontale Fläche des Bauteils im Kontakt haben will und diese auch ganz exakt bis zur Außenkante braucht, die anschließende senkrechte Fläche aber nicht benötigt. Beim 54'er werden intern die gleichen Algorithmen verwendet wie bei den „normalen“ Knoten - Segment Kontakten, d.h. intern hat dieser ebenfalls eine Kontakthöhe, die allerdings vom Solver berechnet wird und als „Offset“ dient um den die Oberfläche nach innen verschoben wird. Zum Einen gibt es hier Abrundungseffekte an den scharfen Kante und zum Andern wird kein Kontakt gefunden wenn der Slave Knoten direkt auf der Kante über der senkrechten Fläche liegt. Man stelle sich zwei Würfel aus je einem Element vor, die exakt gleich groß sind und exakt übereinander positioniert sind. Wenn diese über PART oder ELE auf der Masterseite selektiert werden, geht der eine Würfel kräftefrei durch den andern durch. Es findet kein Kontakt statt. Wird aber die, den Slaveknoten zugewandte Seite, über Segment (SEG) selektiert, funktioniert der Kontakt wie vom Benutzer erwartet.

Kontakt Typ 44

Bezueglich der scharfen Kanten beim Typ 54 gilt dies auch fuer den Typ 44. Waehrend der Typ 54 an solchen Kanten eine einfache Verrundung (Radius) erzeugt, wird beim Typ 44 durch den kubischen Spline eine Oberflaeche erzeugt, die unter umstaenden noch deutlich weiter weg ist von der urspruenglichen FE-Geometrie des Netzes, so dass es hier durchaus sinnvoll sein kann mit Segmenten (Keyword: SEG) zu arbeiten.

esi/crash_safe/modellbildung_optionen/entity_selection.txt · Zuletzt geändert: 2011/02/08 14:33 von juergen_jaenecke
 
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